"Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare" (Christian Morgenstern)

Der Körper in seiner Beweglichkeit, in seiner Fragilität und seiner Härte, mit seiner faszinierenden Anatomie, seiner Präsenz und seiner Geschichte, der Körper in der Einheit mit Geist und Seele und in der Kommunikation mit anderen Körpern und Geistern bilden den Ausgangspunkt meines künstlerischen Schaffens. Was bewegt ihn, wodurch wird er bewegt und wie tritt der Körper in Resonanz mit dem Außen? Wohin führt der Prozess des Zuhörens, des Innehaltens und des "Im Moment Sein", in dem der Körper selbst übernimmt, seine eigenen Räume schafft und anfängt, Geschichten zu erzählen? Das sind Fragen und Orte, mit denen ich mich in meiner Arbeit auseinandersetze.

Ausgebildet im zeitgenössischen Tanz und Improvisation, im klassischen und zeitgenössischen Flamenco und in somatischer Bewegungsforschung liegt mein Fokus als Tänzerin und Choreographin in einem organischen Bewegungsfluss, durchzogen mit spontaner Bewegung, der Faszination rhythmischer Körper und der Lust am Spiel mit dem Unsichtbaren und der eigenen Vorstellungskraft. Am liebsten bewege ich mich in einer (Performance-) Situation, die in Jetzt-Zeit entsteht, in einem einzigen Moment - der Performance als instant composition - wo das Zuhören, Abwarten, Impulse setzten und das gemeinsame spontane Kreieren das Magische ausmacht. Das hat für mich nicht nur Relevanz im Tanz, in der Kunst, sondern ist für mich Ausdruck alltäglichen Miteinanders.

Das Interesse an den Verbindungen im Körper, am Fluss der Bewegungen, am spielerischen Umgang mit den Ausdrucksmöglichkeiten und die Erfahrung der eigenen Musikalität begleiten mich auch in meiner Lehrtätigkeit. Durchwandert habe ich verschiedene Unterrichtsformate und -inhalte: kreativer Kindertanz, Moderner Tanz für Jugendliche, funktionelles Bewegungstraining, zeitgenössischer Tanz, Improvisation und Flamenco. In der Gruppe das eigene Wissen zu teilen, immer wieder überrascht und herausgefordert zu sein von den Ideen und Impulsen der Teilnehmenden und im gemeinsamen Energieball zu lernen hat für mich speziellen Charme. Besonders gerne gehe ich individuell auf die körperspezifischen Bedürfnisse der Teilnehmenden ein.

Dieses Interesse, andere Körper zu beobachten und lesen zu lernen, Menschen in ihrer Bewegung und in ihren Empfindungen Begleitung und Erleichterung anbieten zu können, ist Teil meiner Faszination für die Körperarbeit. Nach vielen Jahren des Schnupperns und Ausprobierens habe ich im Shiatsu eine Form der Körperarbeit und -therapie gefunden, die ich gerne praktiziere. Den Menschen als Einheit von Körper, Geist und Seele zu verstehen, als ganzheitliches Wesen, in dem den Selbstheilungskräften des Körpers besonderes Gewicht zugeschrieben wird, entspricht meiner Überzeugung. In meinen Shiatsu Behandlungen gehe ich dieser Überzeugung und meinem Wunsch der achtsamen Berührung und des absichtslosen Angebots, Wohlfühlorte im eigenen Körper wieder zu finden, begeistert nach.

 

 

 

Fotos: Marlon Schipper